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Marketing-Tipps für Gründer, Start-Ups und alle, die es noch werden wollen

Ganz nach dem Motto „eat your own dog food” – einem Ausdruck, der von Microsoft geprägt wurde und es Mitarbeiter*innen von Unternehmen nahelegt, die hauseigenen Produkte / Dienstleistungen zu verwenden – starte ich heuer einen Blog, in dem ich marketingrelevante Inhalte in kleinen Häppchen anbiete.


Im ersten Beitrag findet ihr Tipps, die gerade Neugründer, Start-Ups und alle, die es noch werden wollen, in puncto Marketing beachten sollten. Los geht’s!


Ihr steckt gerade in der (Vor-)Gründungsphase oder habt bereits gegründet und wisst noch nicht so recht, wie ihr eure Produkte oder Dienstleistungen an den Mann bzw. an die Frau bringen sollt? Ein paar Fragen solltet ihr euch am Anfang stellen:


  • Was macht unser Produkt besonders? Wieso sollten sich unsere zukünftigen Kunden für uns / unser Unternehmen / unser Produkt interessieren?


Genau darum geht es, wenn vom sogenannten USP (Unique Selling Proposition, also euer Alleinstellungsmerkmal) die Rede ist. Was euch einzigartig macht, kann vielerlei Gründe haben (spezielle Inhaltsstoffe, besondere Produktmerkmale, extra lange Öffnungszeiten,…). Das Warum ist hier entscheidend (Buchtipp am Rande: „Start with WHY“ von Simon Sinek!): warum macht ihr, was ihr macht? Wieso habt ihr euch für dieses Angebot entschieden? Und aus Kund*innensicht: warum sollen wir eure Produkte kaufen?


  • Was machen andere anders, besser oder schlechter als wir?


Darum geht es in eurer Mitbewerbs-Analyse (Konkurrenz sagt man nicht mehr, angeblich). Aber egal, ob ihr nun Mitbewerb, Marktbegleiter oder Konkurrenz dazu sagt: wichtig ist, zu wissen, was andere in eurer Branche, mit ähnlichen Produkten oder leicht abweichendem Angebot so machen. Aber nicht nur das: schaut auch über den Tellerrand! Gibt es vielleicht Firmen, die mit eurer Idee so gar nichts gemeinsam, aber dafür den coolsten Instagram-Auftritt, die kreativste Website, das schönste Verpackungsdesign haben? Auch diese lohnt es sich, anzusehen! Holt euch Inspirationen, do’s & dont’s und überlegt euch, was ihr unbedingt so machen wollt wie andere und was zu eurem Auftritt, eurer Marke oder euren Werten absolut nicht passt.


  • Haben wir unsere „4 Ps“ beisammen?


Die „4 Ps“ (Product, Place, Price, Promotion) haben zwar ausgedient bzw. wurden um viele weitere Ps erweitert (People, PR, Politics, Packaging, Processes, Power,…), trotzdem haben die „Elemente des klassischen Marketing-Mix“, wie wir es auf der Uni so schön gelernt haben, nach wie vor ihre Berechtigung. Also schnappt euch am besten den Kotler (die Marketingbibel, sozusagen) und grübelt ein wenig über diese Punkte nach:


  • PRODUCT: dazu zählt alles, was euer Produkt an sich betrifft. Logo, Verpackungsdesign, Produktbündel, Garantie, After-Sales-Service,…

  • PLACE: hier geht es um das Wie und das Wo: wie wird euer Produkt gelagert, transportiert und vertrieben? Wo können eure Kunden es kaufen?

  • PRICE: wie setzt sich der Preis für euer Produkt zusammen? Gewährt ihr Rabatte? Seid ihr teurer oder günstiger als der Mitbewerb? Oder orientiert ihr euch an der Nachfrage? Wie sehen die Zahlungsbedingungen aus? Gibt es Skonti?

  • PROMOTION: betrifft eure sogenannte „Kommunikationspolitik“. Wer (WERBETREIBENDER) sagt was (WERBEBOTSCHAFT) worüber (WERBEOBJEKT) zu welcher Zeit (TIMING, DAUER) in welcher Form (WERBEMITTEL) durch welche Kanäle (WERBETRÄGER, MEDIEN) zu wem (WERBESUBJEKT, ZIELGRUPPE) mit welcher Intensität (WERBEBUDGET) mit welchen Wirkungen (WERBEERFOLG)?



  • Wer ist unsere Zielgruppe?


Klar, „ganz Österreich“ ist auch eine Zielgruppendefinition. Damit werdet ihr aber nicht sehr weit kommen. Stichwort: Gießkannenprinzip. Überlegt euch also gleich am Anfang, wer euer Produkt überhaupt kaufen soll. Natürlich könnt ihr mehrere Zielgruppen ansprechen – das kommt ganz auf euer Sortiment an. Aber je besser ihr wisst, an wen ihr verkaufen wollt, desto leichter wird es, die richtige Werbebotschaft und die richtigen Kanäle auszuwählen.


  • Wo sind wir und wenn ja, wie viele (oder so ähnlich 😉)?


Das Thema Präsenz ist ein ganz wichtiges. Der erste und wichtigste Schritt dazu ist die eigene Homepage. (Wie ihr sie ganz einfach selbst erstellt, ohne tausende Euro ausgeben zu müssen, erfahrt ihr in einem meiner nächsten Beiträge.) Zu eurer Online-Präsenz zählt aber noch mehr: seid ihr über Google auffindbar? Ein Eintrag in Google My Business geht ganz einfach und ermöglicht euch, schnell im Netz gefunden zu werden. Euer digitaler Eintrag in die Gelben Seiten, quasi.

Social Media: ja oder nein? Auch das hängt ganz von euch ab. Ein Account auf Facebook, Instagram, LinkedIn & Co. ist schnell erstellt. Er soll aber auch mit aktuellen Informationen gefüttert werden! Dazu eignet sich ein Social-Media-Plan. Überlegt euch auch hier eine Strategie, wann und wie oft ihr posten wollt und vergesst nicht auf eure Community! Wer kümmert sich um Kundenanfragen, Kommentare, Bewertungen und Nachrichten? Plant dafür in eurer Arbeitswoche auf alle Fälle Zeit ein!


  • Money, money, money


Bevor ihr euch an das Flipchart schmeißt, müsst ihr euch überlegen, wie viel Geld ihr in eure Marketingaktivitäten investieren wollt. Ich sage bewusst „investieren“, weil natürlich am Ende des Tages ein ROI, also ein „Return on Investment“ dabei rausschauen soll. Ihr wollt ja für eure ausgegebenen Marketing-Euronen Kunden gewinnen und Produkte verkaufen. Gerade am Anfang ist das Budgetthema ein schwieriges: wie viel Geld brauche ich denn, um effektiv werben zu können? Zehn Euro? 10.000 Euro? Das kann man leider nicht pauschal beantworten. Natürlich könnt ihr mit nur zehn Euro budgetieren – dann ist aber eure Kreativität gefragt! Je nachdem, für welche Medien ihr euch entscheidet, müsst ihr auch mit mehr oder weniger Budget planen. Radiowerbung und Printanzeigen sind teurer als Online-Werbung, (Klein-)Plakate günstiger als LED-Werbeanzeigen, Blogger-Kooperationen hängen vom Blogger und eurem Verhandlungsgeschick ab. Google Ads lassen euch schon mit kleinen Eurobeträgen pro Tag experimentieren, ihr könnt hier selbst euer Limit setzen. Dasselbe gilt für Social-Media-Werbung: bei Schaltungen z.B. auf Instagram entscheidet immer ihr selbst, wie viel ihr bereit seid, auszugeben.


  • Her mit dem Kampagnenplan!


Wenn ihr ein ungefähres Budget, eure Zielgruppe und sonst auch alle sieben Zwetschken beieinander habt, könnt ihr euch an den Kampagnenplan machen. Dabei teilt ihr einfach das Jahr in die wichtigsten Meilensteine ein: gibt es einen Produktlaunch im Mai? Ein App-Redesign im Juni? Ein Jubiläum im August, Sale im September, …? Was auch immer der Anlass: plant darauf hin. So könnt ihr eure Ressourcen einteilen und wisst, zu welchen Deadlines ihr Inhalte braucht. Das können Werbebotschaften, Blogbeiträge, Anzeigenschaltungen, Newsletter, und vieles mehr sein. Planung ist die halbe Miete!



Das sieht alles nach sehr viel Arbeit aus. Aber glaubt mir: es lohnt sich! Setzt euch einmal am Anfang hin und plant eure Marketing-Strategie gut durch. Danach geht alles viel einfacher. Und wenn ihr Hilfe braucht, könnt ihr euch gerne bei mir melden 😉 Viel Spaß einstweilen!

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